Obdachlose Berliner bekommen Hilfe von “Warmgefahren”

Warmgefahren Berlin - Kältehilfe mit Lastenrädern
Die Kältehilfe auf Rädern – “Warmgefahren”. Kältehilfe für obdachlose Menschen in Berlin mit dem Lastenrad. Foto: Wibke Reckzeh

Hilfe für obdachlose Menschen in Berlin per Lastenrad




“Warmgefahren” ist ein Berliner Fahrradprojekt der Flicken Initiative und des Berliner Fahrradmarkt. Die Idee ist simpel: Kältehilfe auf Rädern. Mit Hilfe von Lastenrädern versorgen wir obdachlose Menschen im Raum Berlin mit dem Nötigsten. Durch den direkten Austausch wollen wir herausfinden, was die Menschen auf der Straße wirklich brauchen und wie ihnen in Zukunft noch besser geholfen werden kann.


Damit keiner frieren muss – Warmgefahren



Schätzungen zufolge leben in Berlin bis zu 11.000 Menschen auf der Straße. Bereits bei Temperaturen, die noch einiges über Null liegen, birgt die Nacht unter freiem Himmel ein tödliches Risiko! Was wird mit denen, die  keinen geschützten Platz zum Schlafen haben? Zwei Studenten sind in diesen kalten Wintertagen mit dem Fahrrad unterwegs, um die vielen obdachlosen Menschen in der Hauptstadt mit Kaffee, Schlafsäcken und Kleidung zu versorgen.



Deine Unterstützung kommt direkt an – Warmgefahren


Du kannst die Arbeit des Projektes “Warmgefahren” ganz unterschiedlich unterstützen:

Geldspenden

Das Projekt ist auf Unterstützung angewiesen und nimmt auch gerne die eine oder andere Geldspende dankend entgegen. So können beispielsweise notwendiges Equipment zur besseren Organisation unserer Touren beschaffen.

Sachspenden

Alles, was ein Obdachloser in den kalten Nächten gebrauchen kann, ist willkommen. Hierzu zählen insbesondere Isomatten, Schlafsäcke und auch Iso-Decken. Auch mobile Iso-Boxen oder Thermo-Behältnisse für den Transport heißer Getränke sind gern gesehen.

Startnext-Kampagne

Um unser Projekt weiterführen zu können, benötigen wir in Zukunft zwei eigene Lastenräder. Die Anschaffungskosten wären mit einem Betrag von 5.500,- Euro gedeckt. Unsere Crowdfunding-Kampagne läuft noch bis zum 05.04.18, 23:59 Uhr.



Spende Wärme. Hilf uns. Vielen Dank!

Projekt-Kontakt:

Elias Dege & Frederyk Bieseke
Facebook: fb.com/warmgefahren
Kampagne: sn.com/warmgefahren


Elias Dege uns sein Team bringen per Lastenfahrrad Hilfe zu wohnungslosen Menschen in ganz Berlin – Interview


Umweltfreundliche Mobilität fördern und gleichzeitig Obdachlose unterstützen – ja, das geht!

  • Wie alt bist du und was machst du beruflich?

Im April werde ich 22 Jahre alt, habe mich für ein Architektur-Studium beworben und arbeite in einem Unternehmen, dass sich auf Konstruktionen aus Wildholz spezialisiert hat (www.badabaum.de). Außerdem engagiere ich mich in einem Verein aus Kreuzberg (FLickeN e. V.).

  • Ihr bringt Tee, Kaffee und Schlafsäcke zu Wohnungslosen und gebt ihnen Tipps zu Hilfsangeboten – hilft es den Menschen darüber hinaus auch, dass überhaupt jemand Interesse für sie zeigt?

Ich denke für die Menschen auf der Straße ist das Leben alles andere als einfach – vor Allem fühlen sie sich in unserer Gesellschaft nicht akzeptiert und nicht ausreichend unterstützt. Wir versuchen Kontakt zu den Menschen aufzubauen und ihnen zuzuhören, das bedeutet sehr viel für einen Betroffenen, der wenig soziale Kontakte hat und sich von der Gesellschaft nicht beachtet fühlt. Darüber hinaus wollen wir den direkten Austausch nutzen, um herauszufinden wie das Problem der Obdachlosigkeit in Zukunft gelöst werden kann, bzw. wie wir helfen können.

  • Bequemer wäre Euer Job ja wahrscheinlich mit dem Auto – was ist, neben der Umweltverträglichkeit, der Vorteil am (Lasten-)Fahrrad?

Neben der Umweltverträglichkeit ist es mit dem Fahrrad effizienter in Großstädten wie Berlin von A nach B zu kommen – zudem haben wir mit Lastenrädern keine Zufahrtsbeschränkung und können uns problemlos in Parks und Grünanlagen bewegen. Die Idee ist außerdem sich den Menschen durch das Fahrrad verbundener zu fühlen um direkten Kontakt aufbauen zu können.

  • Wie ist die Resonanz auf Euer Projekt, bei den Betroffenen und darüber hinaus?

Die Resonanz ist sehr gut und darüber freuen wir uns besonders, sowohl von Betroffenen als auch von Nicht-Betroffenen. Wir wollen die Menschen zum Mitmachen inspirieren und auf diesen Missstand aufmerksam machen.

  • Woher kommen die Dinge, die Ihr verteilt, und wie kann man Euch unterstützen?

Dank unserer Kooperation mit der Berliner Obdachlosenhilfe e. V. bekommen wir viele Sachspenden aus dem bereits existierendem Netzwerk. Uns kontaktieren aber auch Privatpersonen, die zum Beispiel eine alte Winterjacke übrig haben und diese gerne an uns weitergeben möchten. Unterstützen kann man uns derzeit vor allem auf www.startnext.com/warmgefahren, dort sammeln wir Gelder um unser Projekt in Zukunft fortführen zu können und um eine mobile Suppenküche aufzubauen. Unsere derzeitigen Lastenräder sind geliehen (vom Lastenrad-Verleihsystem: „VeloGut“). Damit wir sowohl im Sommer als auch im kommenden Winter aktiv bleiben können, benötigen wir jedoch eigene Lastenräder.

  • Die Zahl der Obdachlosen in Berlin steigt stetig – woran liegt das?

Viele Faktoren können eine Rolle spielen – gesellschaftliche Gründe, wie z. B. rasant ansteigende Mieten sind heutzutage ein großes Problem. Menschen, die ihre Wohnung auf diesem Weg verlieren, haben es extrem schwer eine neue und vor allem bezahlbare Wohnung zu finden. Aber auch der Jobverlust und zusätzlich private Probleme können ein Weg in die Obdachlosigkeit sein. Das erschreckende jedoch ist, dass Obdachlosigkeit längst kein Phänomen mehr von Armut sein muss. Immer mehr Menschen, aus der sogenannten „Mittelschicht“ sind betroffen.

  • Mittlerweile leben auch immer mehr Frauen und Kinder auf der Straße – was lässt sich über ihre Situation sagen? Und ist es für Dich besonders belastend, Kinder zu sehen, die kein Zuhause haben?

Die Zahlen hierzu sind gestiegen, das finde ich das besonders beängstigend zu hören. Ich bin damit jedoch bis jetzt nicht wirklich konfrontiert worden, da wir wenig Frauen und Kinder treffen. Ich hoffe, dass in diesen Fällen besonders schnelle Hilfe angeboten wird, um Frauen und Kinder vor der Obdachlosigkeit zu bewahren.

  • Tut die Politik Deiner Meinung nach genug für Wohnungslose?

Ich hoffe, dass die Politik ihren Beitrag zu der Lösung dieses Problems leisten wird. Gleichzeitig finde ich es schwierig, alles immer auf politischer Ebene lösen zu wollen – wir können gemeinsam ganz viel bewegen und ins Rollen bringen. Ich würde sagen, dass neue Ideen und unbürokratische Ansätze erarbeitet werden sollten, um den Menschen zukünftig zu helfen und dafür zu sorgen, dass längerfristig Prävention betrieben wird.

  • Was macht Ihr, wenn es Frühling wird?

Wir machen weiter! Viele neue Ideen stehen im Raum und wir werden uns weiterhin mit der Thematik auseinandersetzen. Im Endeffekt wollen wir dazu beitragen, dass es den Menschen zukünftig besser geht und sich das Bewusstsein, sowie der Blick auf obdachlose Menschen verändert.

Quelle: Tagesspiegel // Leute

Kältehilfe Berlin per Lastenrad - Warmgefahren


Spende Wärme. Hilf uns. Vielen Dank!

Projekt-Kontakt:

Elias Dege & Frederyk Bieseke
Facebook: fb.com/warmgefahren
Kampagne: sn.com/warmgefahren



Wir danken Wibke Reckzeh für die schönen Fotos! 🙂

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